Verbesserung im Positionsspiel Bayern schlägt schwache Gladbacher

Nach dem die Bayern in den letzten Spielen wenig überzeugen konnten und nach dem erneuten Punktverlust gegen Frankfurt schon von Krise gesprochen wurde, zeigten sie unter der Woche in der Champions League gegen Eindhoven kleine Verbesserungen, konnten allerdings nicht durchgängig überzeugen, beim zwischenzeitlichen 2:1 aus Sicht der Münchner offenbarten sie wieder einige Schwächen, dank Manuel Neuer kippte das Spiel nicht. Alles in allem, konnte aber Bayern gegen Eindhoven einen sicheren Sieg einfahren. Auch die Gladbacher kamen nach einem Sieg gegen Celtic Glasgow unter der Woche mit Selbstbewusstsein nach München, enttäuschten aber beim ungefährdeten zwei zu null Erfolg der Münchner

Ancelotti rotiert

Im Vergleich zum Champions League Spiel gegen Eindhoven veränderte Ancelotti seine Startaufstellung auf vier Positionen. Lahm, Boateng, Kimmich und Müller wurden eins zu eins von Rafinha, Martinez, Vidal und Costa ersetzt. Besonders Vidal und Costa waren für das Münchner Offensivspiel zwei wichtige Stützen, nicht nur weil sie die einzigen beiden Treffer des Abends beisteuerten, besonders Costa brachte in der ersten Halbzeit viel Tempo mit und auch Vidal wurde mit seinen Vorstößen aus dem Mittelfeld immer wieder gefährlich.

Anders als letztes Jahr in der Hinrunde verzichtete Andre Schubert auf die Dreierkette, diesmal setzte er auf ein klassisches 4-4-2 in der Defensive, dass Offensiv zu einer Mischformation aus 4-2-3-1 und 4-4-2 wurde. Über Außen kamen Johnson und Hofmann, während Stindl sich häufiger etwas aus dem Sturmzentrum fallen ließ, Andre Hahn war vorne als Stürmer zwar auch beweglich, fand aber vor allem in der ersten Halbzeit kaum ins Spiel.

Auf der Doppelsechs agierten die Neuzugänge Strobl und Kramer, die Viererkette bestand aus Korb, Elvedi, Vestergaard und Wendt.

aufstellung

Bei den Bayern agierte Robert Lewandowski deutlich beweglicher und war bemüht, sich ins Kombinationsspiel mit einzubinden. Die Außen Robben und Costa rückten häufig ein und besetzten den Raum zwischen den Linien. Auch Arturo Vidal stieß gelegentlich aus seiner tiefen Position im Aufbauspiel nach vorne. Die Außenverteidiger standen wie immer hoch und gaben die Breite, während Thiago zusammen mit Alonso und den beiden Innenverteidigern das Spiel aufbaute.

Gladbach passiv, Bayern mit besserer Positionierung

Andre Schuberts Plan war es wahrscheinlich mit einem erstmal passivem und kompakten Defensivspiel Bayerns Probleme im Positionsspiel auszunutzen, um dann über Konter gefährlich zu werden. Allerdings ging dieser Plan nicht auf. Einerseits waren die Gladbacher häufig zu unkompakt, ließen die Abstände horizontal und vertikal zu groß werden, außerdem schafften sie es kaum Druck auf den Ballführenden auszuüben. Andererseits schaffte es Ancelotti die Positionsstruktur seiner Mannschaft zu verbessern.

besetzung-zwischenlinienraum

Bayern war besonders zwischen den Linien der Gladbacher viel präsenter. Zum einen ließ sich Robert Lewandowski immer wieder fallen und war somit eine extra Anspielstation und zum anderen rückten die Flügelspieler konsequenter ein. Auch im Mittelfeld waren die Bayern besser positioniert. Alonso hielt sich oft zwischen den beiden Gladbacher Strümer auf, während auch Thiago und Vidal nicht soweit nach außen fielen. So hatten die Bayern meist ein 5vs2 gegen die beiden Gladbacher und konnten ohne Probleme das Spiel aufbauen und im zweiten Drittel ständig verlagern.

Dadurch, dass die Bayern sich zwischen Gladbachs Mittelfeld und der Viererkette gut bewegen, war es für die Gladbacher Mittelfeldspieler häufig schwierig Druck auf Bayerns Mittelfeldspieler zu machen, darüberhinaus stimmten eben Gladbachs Abstände nicht. Durch Bayerns bessere Struktur schafften sie es oft Pässe zwischen den Linien der Gladbacher durchzuspielen und dann im Zwischenlinienraum mit Tempo und ausweichenden Bewegungen auf die Gladbacher Viererkette zu zu gehen. Durch die vermehrten Angriffe durch die Mitte stimmte die Balance bei den Bayern wieder und Gladbach konnte sich nicht nur auf das Verteidigen der Flügelangriffe konzentrieren.

Pärchenbildung Außen

Zwar griffen die Bayern diesmal auch durch die Mitte an, allerdings entwickelten sie weiterhin viel Gefahr über außen. Robben und Rafinha, genauso Alaba und Costa waren sehr agil, und schafften es sich häufig in der Nähe des Sechzehners freizuspielen. Grundsätzlich gaben die Außenverteidiger die Breite, während die Flügelspieler im Halbraum standen. Doch manchmal drehten die Münchner dies auch um, und die Außenverteidiger vorderliefen die Flügelspieler, was einerseits zu Übergabeproblemen bei Gladbach führte und andererseits die Flügeldribbler Costa und Robben in aussichtsreiche Dribblings brachte.

Bayern mit Mannorientierungen

Defensiv agierten die Bayern in ihrem 4-1-4-1. Lewandowski lief vorne an und versuchte den Spielaufbau der Gladbacher zu lenken, gelegentlich schob Costa noch mit nach vorne und unterstütze den Polen. Dahinter agierten die Bayern oftmals mit Mannorientierungen. Vidal und Thiago verfolgten manchmal kurz die Sechser Strobl und Kramer, während sich Alonso an Stindl orientierte. Da Gladbach selbst mit Problemen zu kämpfen hatte, schafften es die Bayern recht kompakt zu stehen und Gladbachs in seinen kurzen Ballstaffeten in ihrer Hälfte zu halten.

Gelegentlich versuchten die Mannen von Ancelotti höher zu pressen und rückte dabei oft aggressiv herauszurücken. Gelegentlich fehlte dabei die Balance, beispielsweise öffnete Alonso manchmal durch sein Vorschieben den Zwischenlinienraum, allerdings konnte Gladbach diese kurzzeitigen Löcher kaum nutzen.

Gladbach stellt um

Nach dem 2:0 agierte Strobl tiefer und bildete mit den anderen Verteidigern eine Fünferkette. Die Gladbacher schafften es so die Bayern vor neue Probleme zu stellen, die diese nicht so gut lösen konnte. Bis zu Pause fehlte es den Bayern dann an der nötigen Durchschlagskraft, die aber beim Stand von 2:0 auch nicht mehr so wichtig war.

Zur Pause brachte Schubert Jantschke, die Gladbacher pressten in ihrem 5-4-1 etwas höher und standen allgemein stabiler, in dieser Phase konnte man auch sehen, dass es immer noch kleine Probleme im Positionsspiel gibt, da sich die Bayern nicht konstant aus dem Pressing der Gladbacher befreien konnten.

Bayern nahm in der zweiten Halbzeit das Tempo heraus und erlaubten sich einige kleinere Fehler und Ruhepausen. Wie auch schon gegen Eindhoven zu beobachten, schaffen es die Münchener gerade nicht konstant das Spiel zu kontrollieren ohne den Gegner zu Chancen kommen zu lassen. Wie auch Eindhoven hatten auch die Gladbacher durch Hahns Pfostenschuss eine Chance zum Anschlusstreffer, danach zogen aber die Bayern das Tempo wieder an und brachten den Sieg schlussendlich souverän nach Hause

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass Ancelotti durch kleine Änderungen das Offensivspiel der Bayern im Vergleich zu den letzten Wochen wieder etwas verbessern konnte und Bayern vor allem in den ersten 25 Minuten wirklich gut spielte und den müden Gladbachern überlegen waren. Vor allem die Anpassung von Vidals Rolle wusste zu gefallen. Schlussendlich kann man sagen, das die Bayern auf dem richtigen Weg sind, es aber immer noch einige kleinere Probleme gibt wie beispielsweise das Aufbauspiel unter Druck und das Gegenpressing, die noch gelöst werden müssen, um noch sicherer und souveräner,auch mit Blick auf die Champions League,zu agieren.

 

 

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