El tercer hombre

Ich habe bereits mehrfach die Idee hinter dem Spiel über den Dritten kurz in verschiedenen Analysen erklärt, möchte mich aber nun ausführlicher mit dem Prinzip des Spiels über den Dritten auseinandersetzten. In der Trainerausbildung spielt dieses Prinzip bereits eine zentrale Rolle. Besonders im Positionsspiel ist das Spiel über den Dritten ein wichtiger Bestandteil, um einen Spieler frei zu finden. Hier werde ich erstmal ein paar grundsätzliche Aspekte beleuchten. In einem anderen Artikel werden noch passende Spielformen für das Training erscheinen.

Die Ausführung

Eigentlich ist das Spiel über den Dritten nicht sonderlich schwierig, wenn man nur die Ausführung verstehen will. Einfach gesagt, möchte ein Spieler einen anderen anspielen, der allerdings gedeckt ist, um ihn trotzdem anzuspielen wird ein weiterer Spieler in den Spielzug involviert. Beispielsweise möchte der Innenverteidiger einen Pass auf den Sechser spielen, der sich allerdings im Deckungsschatten des gegnerischen Stürmers befindet. Nun spielt der Innenverteidiger den Zehner an, der den Ball auf den Sechser klatschen/ prallen lässt.

Grundprinzip
Um die aus dem Spiel über den Dritten resultierenden Vorteile optimal nutzen zu können, ist es entscheidend, dass die Positionierung, der Passwinkel, die Körperstellung, sowie der Pass selbst optimal gespielt werden.

1.Richtige Positionierung

Optimal ist ein Mitspieler zwischen bzw. knapp hinter einer Linie des Gegners. Dadurch befinden sich Passspieler und Empfänger in, für den Verteidiger, unterschiedlichen Blickfeldern, steht der Zehner beispielsweise zwischen den beiden Stürmern bzw. knapp hinter ihnen, muss sich der Stürmer immer wieder kurz umsehen um seinen Deckungsschatten richtig nutzen zu können. Des Weiteren sind natürlich Dreiecke zu bilden um ein verbundenes Kombinationsspiel aufrecht zu erhalten.

Bietet sich der Zehner vor der gegnerischen Pressinglinie an, ist ein effektives Nutzen des Spiels über den Dritten nicht möglich oder besser gesagt ineffektiv, außerdem ist dies leichter für den Gegner zu verteidigen, da er nicht darauf achten muss, ob sich der Sechser schon aus dem Deckungsschatten gelöst hat oder nicht.

2.Diagonale Passwinkel

Wichtig ist ein diagonaler Passwinkel, da zum einen ein diagonaler Pass schwieriger zu verteidigen ist und zum anderen das Klatschen lassen auf den Dritten Spieler wesentlich leichter ist.

Im Gegensatz zu einem horizontalen Pass bringt ein diagonales Anspiel einen gewissen Raumgewinn, ist aber wesentlich risikoärmer als ein vertikales Anspiel. Vertikale Pässe können viel leichter abgefangen werden, da der Pass sich länger in dem selben Raum befindet, den ein einzelner Spieler bewacht. Darüber hinaus ist die Körperhaltung für den Passempfänger nach einem diagonalen Pass besser, um den Ball vor dem Verteidiger zu schützen, eine leichte Drehung reicht aus, um den Ball für den Verteidiger so abzuschirmen, dass es ihm unmöglich wird den Ball zu gewinnen.

Diagonale pässe

Diagonaler Pass und Nutzung des Spiels über den Dritten

Diese Szene zeigt die Vorteile eines diagonalen Passes. Die Innenverteidiger spielen sich den Ball zu (1). Ein schneller diagonaler Pass in die Mitte splittet das Pressing der beiden gegnerischen Stürmer (2). Der diagonale Pass ist hier so schwer zu verteidigen, da er genau gegen die Laufrichtung des Mittelfeldblocks geht, der noch am Verschieben ist und nun schnell die Richtung wechseln muss. Das daraufhin simple klatschen lassen (3) auf den anderen Innenverteidiger führt dazu, dass jener den Raum nutzen kann und das Spiel wieder nach links verlagern kann, wo sich nun Raum für den Linksverteidiger geöffnet hat (4).

 

3.Richtige Körperstellung

Für ein einfaches Klatschen lassen ist die Körperstellung des zweiten Spielers wichtig. Er sollte eine offene Stellung einnehmen, um möglichst ein Dreieck mit Passspieler und seiner nächsten Anspielstation zu spannen. Durch die richtige Körperstellung kann er den Ball mit dem ersten Kontakt weiterspielen, ohne mehrere Kontakte nutzen zu müssen und schirmt gleichzeitig den Ball vor pressenden Gegenspielern ab. Besonders im Training von Jugendspielern sollte deswegen auf die Spielübersicht und den Schulterblick wert gelegt werden.

4.Der Pass

Schlussendlich müssen auch die Pässe sauber gespielt werden, damit schnell mit einem Kontakt gespielt werden kann und somit der Gegner zum Hinterherlaufen gezwungen wird.

Am Rande sei hier erwähnt, warum im Training auf isolierte Trainingsformen eigentlich fast komplett verzichtet werden sollte. Das saubere Passspiel ist nicht nur abhängig von der motorischen Ausführung, sondern auch von der richtigen Positionierung, dem geeigneten Passwinkel oder der richtigen Körperstellung. Ein ganzheitlicher Ansatz mit vielen Spielformen in denen die Jugendlichen implizit jene Punkte lernen ist im Training vorzuziehen.

Die Idee hinter dem Spiel über den Dritten

Die Idee dahinter ist bereits ein wenig komplexer. Einfach gesagt, versucht man einen Spieler hinter der Linie des Gegners anzuspielen, damit dieser etwas Platz zwischen den Linien hat, also gemäß des Positionsspiels ein freier Spieler ist.

“Look for the 3rd man (free man) to be able to turn and face the play.”

 – Juan Manuel Lillo

Die Idee dahinter bezieht sich auf die Art und Weise wie verteidigt wird. Durch das ballorientierte Verschieben wird zwar ballnah der Raum verknappt, jedoch öffnet sich woanders dafür etwas Raum, in dem sich ein Spieler positionieren sollte. Trainer wie Pep Guardiola oder Maurizio Sarri machen sich dies zu nutze.

Durch den ersten Pass wird ein Spieler bei Ballannahme bereits unter Druck gesetzt. Der Gegner verschiebt zum Ball. Das Spiel über den Dritten wird dazu genutzt den Gegner aus seiner Position zu locken, in der Hoffnung er könne den Ball erobern. Der Spieler der den Ball unter Druck erhält lässt diesen nun in den geöffneten Raum klatschen. Der Passempfänger hat nun Raum und Zeit.

Entscheidend ist nicht nur, dass der dritte Spieler Raum und Zeit hat, er erhält auch den Ball mit dem Blick zum Spiel und gegnerischen Tor. Dadurch ist er schwerer direkt zu pressen und kann leichter einen weiteren Pass hinter die Linien des Gegners spielen oder eine Verlagerung in einen anderen Raum anstreben.

Druck auf Ball

Einfach Verlagerung indem Druck durch den Gegner provoziert wird.

Spiel über Dritten im Angriff

Besonders im Erspielen von Chancen ist das Spiel über den Dritten ein effektives Mittel, um die gegnerische Abwehrlinie zu durchbrechen. Viele Verteidiger rücken schnell heraus wenn ein Gegenspieler einen Pass vor der Abwehr erhält. Ein Pass auf den Stürmer, der diesen auf einen Mitspieler im Zwischenlinienraum prallen lässt, bringt die Verteidigung sofort unter Druck. Da der Spieler, der den Ball durch klatschen lassen erhält, hat ein offenes Sichtfeld, er muss nicht aufdrehen, um Richtung gegnerisches Tor spielen zu können, sondern dies ist bereits mit dem ersten Pass möglich. Dadurch muss ein Gegner Druck auf den Ballführenden machen. Stellt sich der Ballführende clever an, kann er den Ball gegen die rückwärtspressenden Gegner behaupten.

Besonders der Fc Chelsea unter Antonio Conte nutzt das Spiel über den Dritten gezielt, um zu Torchancen zu kommen. Meist spielt einer der Innenverteidiger einen langen flachen Pass auf die offensiven Mittelfeldspieler, die dann beispielsweise den Stürmer oder die Flügelspieler mit einer einfachen Ablage bedienen können.

Fc Chelsea

 

Dadurch, dass die offensiven Mittelfeldspieler beispielsweise höher stehen, als der Stürmer, ist es für die Abwehrkette nicht möglich schnell Zugriff auf den Stürmer herzustellen, da sie sonst nicht die Tiefe verteidigen können. Die Mittelfeldspieler des Gegners kümmern sich meist noch um Chelseas Sechser, somit hat nach der Ablage, der Stürmer Zeit und Raum vor der Abwehr und kann so entscheiden ob er einen Pass auf die startende Mitspieler spielt oder selbst mit Tempo auf die Abwehr zu läuft. Zusammen mit klugen Laufwegen ist hier das Spiel über den Dritten eine echte Waffe, um die gegnerische Defensive zu knacken.

Fazit

Das Spiel über den Dritten ist in jeder Mannschaft zu beobachten, jedoch nutzten nur wenige das volle Potenzial aus oder sind sich dessen überhaupt benutzt. Neben den Mannschaften von Pep Guardiola, nutzen auch Trainer wie Julian Nagelsmann in Hoffenheim, Maurizio Sarri in Neapel und Antonio Conte dieses Stilmittel. Die zentrale Idee ist es Linien zu überspielen, und vor allem dadurch Spieler zwischen den Linien zu finden, die auf das gegnerische Tor blicken und somit alle Möglichkeiten haben das Spiel fortzusetzen

 

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10 Gedanken zu “El tercer hombre

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