25 Minuten ohne Stürmer sichern der TSG den Sieg

Es war ein taktisch interessantes Duell mit dem besseren Ende für Julian Nagelsmanns TSG. Es war auch ein Duell der beiden jungen deutschen Trainertalente. Nagelsmanns Umstellung brachte Hoffenheim ein kurzes Übergewicht, was ausreichte, um die drei Punkte in Sinsheim zu behalten.

Die Aufstellungen

Nagelsmanns Team begann das Spiel im üblichen 5-3-2. Hübner, Nordveit und Vogt bildeten die Dreierkette zentral vor Baumann. Auf außen spielten wie bereits die meiste Zeit der Saison Kaderabek und Zuber.

Während man noch vor dem Spiel grübelte, ob Kramaric als Stürmer oder Mittelfeldspieler auflaufen würde, beantwortete sich diese Frage relativ schnell. Kramaric agierte als Achter zusammen mit Amiri, der nach 25 Minuten runter musste und durch Rupp ersetzt wurde. Der neunzehnjährige Geiger nahm die Sechserrolle ein. Vorne spielten Mark Uth und Serge Gnabry, die viel nach außen auswichen und von dort mit diagonalen Läufen in die Tiefe starteten.

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Geiger mit wirklich gutem Spiel

Bei Schalke stellte sich die Frage, Vierer- oder Fünferkette? Schalke agierte letztendlich mit einer Fünferkette. Naldo, Nastasic und Stambouli spielten zentral, Caligiuri spielte rechts, während Kehrer die Position auf der linken Seite einnahm. Davor spielte etwas überraschend Max Meyer als Sechser zusammen mit McKennie. Die Dreierreihe im Sturm wurde von Konoplyanka links, Harit rechts und di Santo zentral besetzt.

Aufstellung

Nagelsmann reagiert früh

Die Schalker pressten früh hoch und stellten Hoffenheims drei zentrale Verteidiger mannorientiert zu. Hoffenheim versuchte sich noch hinten aus dem Pressing der Schalker heraus zu kombinieren, jedoch mit wenig Erfolg. Nach 5 Minuten stellte Nagelsmann um. Vogt agierte von nun an in Ballbesitz als zentraler Sechser, dies ermöglichte den Mittelfeldspielern der Hoffenheimer sich zwischen der Abwehr und dem Mittelfeld der Schalker zu positionieren. Das Pressing der Schalker wurde durch die Viererkette im Aufbau so immer wieder überspielt und Hübner, wie auch Nordveit konnten Vogt immer wieder hinter der ersten Pressinglinie finden.

Vogt konnte nicht immer von Meyer und Mckennie gepresst werden. Zum einen weil die Abstände bei den Schalkern nicht immer stimmten, zum anderen weil Vogt nachdem er aufdrehen konnte, die drei Mittelfeldspieler der TSG zwischen den Linien der Schalker finden konnte. Hoffenheim besetzte in dieser Phase das Zentrum sehr variabel. Mal bewegte sich Kramaric aus der Halbposition in die Spitze, mal die nominellen Stürmer oder auch mal der eigentliche Sechser Geiger. Entscheidend für das Übergewicht der Hoffenheimer in der Anfangsphase war die Überzahl im Mittelfeld, dies machte das Verteidigen des Zehnerraums für die Schalker enorm schwierig und Hoffenheim schaffte es einige Male die Schalker Mittelfeldlinie zu überspielen.

War Vogt mal nicht anspielbar, waren Pässe auf die Halbspieler Kramaric und Amiri, die fleißig sich immer wieder fallen ließen, möglich. Uth und Gnabry positionierten häufig breiter. Im Wechsel mit den Achtern, die auch mal die Breite besetzten, schafften es die Hoffenheimer Schalke auseinander zu ziehen und so öffneten sich Lücken.

Umstellung

Vogt bewegte sich als Sechser viel und war dadurch schwer mit Deckungsschatten zu verteidigen. Wurde in der Folge auch mal mannorientierter verfolgt. Hier Hübner mit vielen verschiedenen Anspielstationen

Die Hoffenheimer hatten zu Anfang besonders die rechte Abwehrseite der Schalker als Schwäche identifiziert. Uth versuchte dort mit Zuber für Druchbrüche zu sorgen. Amiri schob ebenfalls weit mit auf die Seite, genauso wie Geiger oder Kramaric. Die Hoffenheimer konnten so eine Überzahl schaffen und versuchten sich mit flachen Kombinationen am Flügel diagonal in den Halbraum oder Richtung Grundlinie durch zu spielen. Durch das weite Verschieben zum Ball waren die Hoffenheimer auch enorm kompakt nach Ballverlusten und schafften es so Schalker Konter früh zu unterbinden. Abgesichert wurde die linke Hoffenheimer Seite von Vogt und Hübner, so dass Anspiele in die Mitte auf di Santo für Schalke sehr schwierig wurden.

Das 1:0 für die Hoffenheimer resultierte genau aus so einem Durchbruch am Flügel. Letztendlich setzt sich Zuber durch und kann den Ball flach in den Rückraum zu Geiger spielen, der aus gut 18 Meter trifft. Durch Kramarics und Gnabry Läufe in die Tiefe musste sich die Schalker Abwehr fallen lassen und Geiger erhielt den Freiraum um unbedrängt abzuschließen.

Hoffenheim passiver, Schalke übernimmt Kontrolle

Nach der Führung durch Geiger zogen sich die Hoffenheimer etwas weiter zurück und setzte vermehrt auf Konter. Die Schalker erhielten dadurch mehr Kontrolle über das Spiel. Viele der Schalker Angriffe gingen über die Flügel. Rechts versuchten Caligiuri und Harit sich mit Unterstützung von McKennie durch zu spielen. Jedoch resultierten daraus nur gefährliche Szenen, wenn sich Jungspund McKennie mit einem Dribbling durchsetzen konnte. In dieser Phase verschoben die Hoffenheimer noch konsequent in ihrem 5-3-2 und schafften es die Schalker auf die Flügel zu lenken.

Schalke wurde nur nach seltenen Seitenwechsel von rechts nach links gefährlich. Im ersten Durchgang positionierte sich Kehrer häufiger etwas mehr in Halbraum und konnte so nach Verlagerungen leichter angespielt werden. Letztendlich schafften es die Schalker so, Konoplyanka frei zu spielen, der nach gewonnenen 1vs1 Duellen gegen Kaderabek und Nordveit gefährlich werden konnte.

2 Halbzeit, Schalke weiter dominant

Schalke kam in der zweiten Hälfte deutlich besser aus der Kabine als die Hoffenheimer und schaffte es bis zu 65 Minute das Spiel zu dominieren und sich einige hochkarätige Chancen, wie beispielsweise den Lattentreffer, zu erspielen. Schalkes Dominanz hatte verschiedene Gründe. Zum einen unterstützenden die zentralen Spieler die Flügelspieler besser. Punktuell bildeten sich Rautenstaffelung mit Sechser, Innenverteidiger, Flügelverteidiger und Flügelstürmer.

Des Weiteren war die Rollenänderung von Harit sehr förderlich für das Spiel. Der Neuzugang der Schalker agierte nun mehr im Zentrum, bewegte sich viel zwischen den Linien und nutzte die Räume hinter Hoffenheims Mittelfeld, die sich immer wieder ergaben. So konnte er beispielsweise Burgstaller direkt nach dessen Einwechslung geschickt hinter die Abwehr schicken. Zusätzlich bewegte sich Burgstaller mehr als Vorgänger di Santo und war so in der Lage die Hoffenheimer Abwehr zu beschäftigen.

Jedoch war nicht nur Harit veränderte Position wichtig. Hoffenheims Pressing war in dieser Phase sehr unkompakt. Die beiden Achter Kramaric und Rupp spekulierten viel auf die Pässe der Schalker nach außen zu Kehrer und Caligiuri und öffneten so Passmöglichkeiten in den Zwischenlinienraum. Auch beim Verschieben nach außen waren die Hoffenheimer nicht immer schnell genug zur Stelle und Schalke gelang so einige Male in den Raum zwischen Abwehr und Mittelfeld der TSG.

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Einer der stärksten bei Schalke

Schalke wurde so über Harit, der auch gelegentlich Kehrer und Konoplyanka links unterstützte und nach Meyers Auswechslung die linke Sechserposition, immer wieder besonders über die linke Seite gefährlich.

Letztendlich viel in dieser Phase allerdings kein Tor für die Schalker. Hoffenheim hingegen spielte in der zweiten Hälfte wieder mehr ihr klassisches 5-3-2/3-1-4-2 System in Ballbesitz. Jedoch gab es kaum ruhige Ballbesitzphasen. Hoffenheim besetzte mit der Einwechslung von Sandro Wagner das Sturmzentrum wieder konstanter und wurden meist über schnelles Vertikalspiele oder lange Bälle in den freien Raum vereinzelt gefährlich.

Ab der 65 Spielminute verlor auch Schalke seine Dominanz. Hoffenheim agierte wieder kompakter und keine der beiden Seiten war in der Lage die jetzt doch größeren Räume zu nutzten. Es gab weniger ruhige Ballbesitzphasen, wenn hatten die Schalker diese, konnten daraus aber auch selten wirklich Kapital schlagen. Tedesco brachte mit der Hereinnahme vom Breel Embolo noch etwas Schwung in die Partie, die Schalker konnten sich vereinzelt aus dem nicht mehr so kompakten Gegenpressing lösen, jedoch sprang am Ende der Ausgleich nicht mehr heraus. Die Hoffenheimer erzielten in den letzten Sekunden das 2:0 und brachten den Sieg so über die Zeit.

Fazit

In einem zu Beginn sehr interessanten Spiel, schaffte es Nagelsmann durch eine geschickte Umstellung den Hoffenheimer ein leichtes Übergewicht zu verschaffen, dass verdientermaßen in der Führung endete. Danach waren die Schalker aktiver, spielten sich einige gute Chancen heraus, wie schon gegen die Bayern schafften es die Schalker aber nicht ein Tor daraus zu erzielen.

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