Juan Bernat – die Chronologie eines Missverstandenen

Die Medienschelte der Führungsriege des FC Bayern war in Fußballdeutschland am Freitag wohl das bestimmende Thema. Der Inhalt beschränkte sich auf Vorwürfe gegenüber den Medien, die Berichterstattung und die Spielerbewertungen seien zu unwürdig und respektlos. Die größte Respektlosigkeit ereignete sich allerdings auf der PK selbst als Uli Hoeneß den in der abgelaufenen Transferperiode zu PSG abgewanderten Juan Bernat, der vier Jahre lang für den FC … Juan Bernat – die Chronologie eines Missverstandenen weiterlesen

Sicherheitsfokus der Offensivmaschinen

Zwei der besten Mannschaften Europas trafen mit dem FC Liverpool und Manchester City am Sonntagnachmittag in Anfield aufeinander. Die beiden Teams stellen zwei ziemlich gegensätzliche Offensivausrichtungen dar. Die Mannschaft von Jürgen Klopp zeichnet sich bekanntermaßen durch ihr leidenschaftliches Pressing und Gegenpressing, sowie die ungeheuren Schnellangriffe aus. Jedoch hat der ehemalige BVB-Coach auf der Insel auch in puncto Positionsangriff und Ballbesitzfußball seinem Team neue Facetten hinzugefügt. … Sicherheitsfokus der Offensivmaschinen weiterlesen

Blitzanalyse: Positionsspiel führt zu Tor

Dieser Artikel wird der erste Test für ein neues Format, dass wir Blitzanalyse nennen. Ziel dieses Format soll es sein, eine bestimmte Situation zu analysieren und gewisse Prinzipien aufzuzeigen. Angefangen mit dem Tor von Kevin de Bruyne gegen Chelsea in der letzten Hinrunde. Pep Guardiola ist bekannt für sein Positionsspiel. Verschiedene Facetten prägen diese Art zu spielen. Von Mannschafts- über Gruppentaktik bis hin zu Individualtaktik … Blitzanalyse: Positionsspiel führt zu Tor weiterlesen

​Brasiliens starke Abwehrreihe lässt mutige Serben auflaufen

Nach dem kläglichen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft am Nachmittag trafen bei der dritten Begegnung vom 27.06. im Spartak Stadion in Moskau die favorisierten Brasilianer auf Serbien, das seine letzte Chance auf einen Achtelfinaleinzug gegen den Rekordweltmeister zu nutzen versuchte. Vor der Partie war für die Brasilianer klar, dass bei einem Schweizer Sieg im Parallelspiel nur ein eigener Sieg den ersten Platz in der Gruppe sichern … ​Brasiliens starke Abwehrreihe lässt mutige Serben auflaufen weiterlesen

Taktikanalyse: Frankreich verweigert die Favoritenrolle gegen Australien

Die goldene Generation der Franzosen um Superstars wie Pogba, Griezmann und Varane tat sich im ersten Spiel der Gruppe C gegen die Socceroos aus Australien sehr schwer. Die Australier vermochten es den Franzosen zeitweise gar die Spielkontrolle zu entreißen und die auf die Außen zu drängen. Diese Analyse soll sich damit beschäftigen, wie die Mannschaft des Ex-HSV-Coachs Bert van Marwijk es bewrkstelligt hat den Favoriten … Taktikanalyse: Frankreich verweigert die Favoritenrolle gegen Australien weiterlesen

Wie gut ist Mexiko wirklich?

Mexiko ist der Gruppengegner Deutschlands und wird gleich am 17. Juni das erste Spiel gegen Deutschland bestreiten. Trainer Osorio ist sich sicher, dass sein Team „auf Augenhöhe“ mit Deutschland sein wird. Ob Mexiko tatsächlich Chancen gegen Deutschland hat und welche Chancen sich Mexiko ausrechnen kann, lest ihr hier.

Trainer

Juan Carlos Osorio ist seit 2015 Trainer der mexikanischen Nationalmannschaft, wird aber nach dieser WM damit aufhören. Davor war er vor allem in Südamerika Trainer, aber auch schon Co-Trainer bei Manchester City.

Er präferiert das Offensivspiel und geht dementsprechend auch an ein Spiel ran. Seine Mannschaft ist durchgehend sehr offensiv eingestellt.

So spielt er oft mit einer 3er-Kette mit sehr offensiven Flügelspielern und einer Raute im Mittelfeld. Seine Formation wechselt er sehr oft. So kommen öfter auch ein 442, 423, 4141 oder ein offensives 433 zum Einsatz. Diese passt er immer wieder an dem Gegner an. Das Gleiche gilt für seine Spieler, denn eine gesetzte Startelf hat er bei Mexiko nicht. Seine Startaufstellung ändert er jedes Spiel. Er testet nicht nur immer wieder neue Spieler, sondern lässt die Spieler auch auf verschiedenen Positionen spielen. Laut Osorio kann jeder Feldspieler Mexikos auf mindestens zwei verschiedenen Positionen spielen. Durch seine Formationsänderungen ist Flexibilität auch dringend notwendig.

Seiner Mannschaft hat er das Positionsspiel beigebracht. Mexiko ist im Ballbesitz immer in Bewegung.

Kader

Der Kader Mexikos ist insgesamt sehr ausgeglichen. Auch wenn man den Marktwert des Kaders anschaut, sieht man dass sich die Marktwerte der Spieler zwischen 800 000 und 22 Millionen befinden. Jedoch ist der billigste Spieler kein geringerer als Rafael Marquez. Dessen geringer Marktwert begründet sich durch sein Alter von 39 Jahren. Zu seinen besten Zeiten in Barcelona hatte er immerhin einen Marktwert von 16 Millionen. Wertvollster Spieler ist Hirving Lozano, der seinen Marktwert erst diesen Januar auf 22 Millionen erhöhen konnte.

Selbst auf der Torwartposition hat man drei Torhüter auf relativ ähnlichem Niveau. Hier wird aber wohl Guilermo Ochao im Tor stehen. Dieser ist ein guter Reaktionskeeper, hat aber Schwächen mit Ball am Fuß und wirkt manchmal etwas unsicher, da seine Torwarttechnik etwas unsauber und unkonventionell ist. Dafür sehen Paraden umso beeindruckender aus und hält auch mal Bälle die andere nicht halten. Als Ersatztorspieler wurden Alfredo Talavera und Jesus Corona nominiert.

Auf der Innenverteidigerposition werden Diego Reyes, Hugo Ayala, Hector Moreno, Edson Alvarez oder der Frankfurter Carlos Salcedo spielen. Alle besitzen ein sauberes Passspiel. Vor allem Moreno hat hier seine Stärken und ist für den Spielaufbau enorm wichtig. Jeder dieser Spieler kann zusätzlich als defensiver Mittelfeldspieler oder als Außenverteidiger agieren.

Reyes und Moreno sind meiner Meinung nach die Stärksten der Innenverteidiger. Reyes spielt aber manchmal auf der Sechser-Position, so könnte neben Moreno noch ein Platz frei sein.

Der interessanteste Außenverteidiger ist Miguel Layun. Dieser fällt vor allem durch seine offensive Interpretation der Außenverteidigerposition auf. Nicht selten sieht man ihn auf der Höhe der Stürmer, manchmal sogar auf der gegenüberliegenden Seite. Außerdem dient er nicht nur als Breitengeber, sondern zieht gerne in den Halbraum. Nicht umsonst spielt er unter Osorio manchmal auch auf dem Flügel oder sogar als offensiver Achter. Als Außenverteidiger ist sein Einsatz auch nicht ganz unriskant, da er in der Defensive sehr spekulierend agiert und oft zu stark vor- oder einrückt.

Im zentralen Mitteldfeld hat man mit Hector Herrera, Andres Guardado und den Dos Santos Brüdern (jetzt beide LA Galaxy) bekannte Gesichter aus der spanischen und portugiesischen Liga.

Guardado ist der Kapitän und Standardschütze des Teams und somit gesetzt. Er ist meist als offensiverer Achter aufgestellt, damit ist er oft der Verbindungsspieler zwischen dem zweiten und dritten Drittel.

Zusätzlich kommt mit Rafael Marquez ein erfahrener defensiver Mittelfeldspieler dazu. Dieser interpretiert seine Rolle defensiver als der Rest seiner Kollegen. Er ist inzwischen zwar ziemlich langsam, hat aber ein hervorragendes Stellungsspiel.

Im offensiven Mittelfeld spielt der zweite Frankfurter Marco Fabian. Dieser war aber diese Saison lang verletzt, somit ist es fraglich, ob er als erste Wahl gilt. Im zentralen offensiven Mittelfeld ist der oben erwähnte Giovani dos Santos seine größte Konkurrenz. Sollte Marco Fabian aber schon in Topform sein, ist er aber der etwas stärkere Zehner.

Auf dem Flügel ist man sehr gut und breit besetzt. Hier hat man mit Javier Aquino, Jesus Gallardo, Jesus Corona (ja davon gibt es tatsächlich zwei), Carlos Vela und Hirving Lozano gleich fünf Spieler. Dazu kommen noch G. Dos Santos, Miguel Layun und Marco Fabian, die dort auch spielen können. Alle sind technisch gut und schnell. Wenn es Mexiko schafft diese Schnelligkeit zu nutzen, schaffen sie es gefährlich zu werden.

Hier muss man eindeutig den 22-jährigen Lozano hervorheben. Dieser spielte eine starke Saison für PSV Eindhoven und erzielte 28 Scorerpunkte bei 29 Spielen. Er wird auf beiden Seiten eingesetzt und interpretiert seine Position auf beiden Seiten sehr unterschiedlich.

Auf dem linken Flügel kann er seinen starken rechten Fuß deutlich besser einsetzen. Hier kann er mit dem Ball am Fuß von außen in die Mitte ziehen und seinen sehr guten Schuss nutzen. Auf beiden Seiten läuft er immer wieder hinter die Abwehr und sorgt mit seiner Explosivität und seinem Tempo ständig für Gefahr. Auf dem linken Flügel macht er dies durch diagonale Läufe zwischen Außen- und Innenverteidiger, auf der rechten Seite meistens zwischen Außenverteidiger und der Außenlinie.

Allgemein ist er auf der rechten Seite deutlich zu flügelorientiert. Dadurch verliert er an Torgefährlichkeit und selbst im Pressing rückt er teilweise zu wenig ein, sodass auf dieser Seite Lücken entstehen. Auch bei Dribblings bleibt er am Flügel und zieht von der rechten Seite viel zu selten in die Mitte. Meistens versucht er dann durch flache, scharfe Hereingaben den Stürmer anzuspielen. Mit seiner krassen Flügelorientierung auf rechts raubt er sich selbst sehr viel Qualität, die er auf der linken Seite besser ausspielen kann.

Im Sturm spielt neben Oribe Peralta und Raul Jimenez der wohl Bekannteste der Mexikaner: Chicharito. Dieser ist unglaublich schwer zu verteidigen, da er neben seiner guten Technik unglaublich flink und beweglich ist. Außerdem ist er immer wieder gut anspielbar, da er sich oft leicht absetzt oder sich ganz fallen lässt. Durch seine Eigenschaften braucht er nur sehr wenig Platz und kann auch mit dem Rücken zum Gegner und Tor sehr viel mit dem Ball anfangen. Immer wieder dreht er sich dabei und sucht den Zweikampf oder hält den Ball, bis eine Anspielstation vorhanden ist. Außerdem kann er das Spiel auch schnell machen, indem er den Ball sofort abprallen lässt oder durch überraschende Pässe, zum Beispiel in seinen Rücken mit der Hacke.

Tempo und viel Geschwindigkeit

Die Stärken Mexikos sind vor allem das Tempo und die Dynamik der Offensivakteure. Gelingt es ihnen das Tempo auszuspielen, schafft es Mexiko gefährlich nach vorne zu kommen. Mexiko schafft es durch verschiedene Varianten dieses dieses Tempo zu erzeugen. Dies sermöglicht ihr gutes Positionsspiel. Bei eigenem Ballbesitz sind fast immer alle Mexikaner in Bewegung. Oft wechseln sie ihre Positionen, bilden Dreiecke oder sogar Rauten mit dem Ballführenden und befinden sich im Zwischenlinienraum.

Im Aufbauspiel sind die Innenverteidiger stark eingebunden. Durch die passstarken Innenverteidiger schafft es Mexiko immer wieder durch die Mitte aufzubauen. Vor allem Morenos Pässe sind sehr wichtig. Die Pässe des Innenverteidigers überspielen oft ein oder zwei Pressingreihen. Er rückt manchmal etwas nach vorne wenn dort ein freier Raum ist oder dribbelt mit dem Ball am Fuß nach vorne, um Raum zu gewinnen. Der andere Innenverteidiger lässt sich dabei meistens etwas fallen, um als sichere Anspielstation dahinter zu dienen. Dies ist vor allem deshalb notwendig, da Ochoa kein mitspielender Torwart ist und deswegen nur ungern angespielt wird.

Das Überspielen der gegnerischen Mittelfeldkette ist nicht nur durch Hector Moreno eine Waffe der Mexikaner. Auch die anderen Innenverteidiger und der zentrale defensive Mittelfeldspieler (meist Herrera oder Marquez) spielen diese Pässe nicht selten. Dies gelingt so gut, weil das Positioning der anderen Mittelfeldspieler hinter den gegnerischen Mittelfeldspielern sehr stark ist. Es ist wirklich auffällig, dass sich zwischen der Mittelfeld- und Abwehrkette des Gegners immer jemand anspielbereit befindet und diese Zone oft überladen wird. Dafür sorgen nicht nur die zentralen Mittelfeldspieler, sondern auch Chicharito, der sich oft fallen lässt (siehe Bild oben). So passiert es immer wieder, dass der Ball vom Innenverteidiger zum Stürmer flach gespielt wird und bis zu sechs Gegner ausgespielt sind. Gegen Gegner mit viel Raum zwischen Mittelfeld und Abwehr, funktioniert dies besonders gut. „Wie gut ist Mexiko wirklich?“ weiterlesen

Kurz ausgeführt: Inters Probleme in Spielaufbau und Pressing

Zu Beginn der Saison hatte Inter unter dem neuen Trainer Luciano Spalletti durch sehr überlegten Ballbesitzfußball geglänzt, zeitweise vor Juventus Turin und Napoli die Tabellenführung der Serie A übernommen und war über 16 Spiele ungeschlagen. Mittlerweile sind die Mailänder spielerisch wie tabellarisch eingestürzt und müssen um die Teilnahme an der Champions League bangen. In diesem Artikel soll kurz erklärt werden, was Inters offensichtliche Schwächen sind, … Kurz ausgeführt: Inters Probleme in Spielaufbau und Pressing weiterlesen

Liverpool – Bournemouth

4 Tage nach dem Einzug ins Halbfinale der Champions League nach einem Sieg bei Manchester City ging es für Liverpool in der Liga darum, wichtige Punkte im Kampf um die Champions League Plätze zu holen. Der Gegner war Bournemouth, die eine eher durchwachsene Saison spielen, sich dank einer guten Serie zu Beginn des Jahres aber schon früh aus dem Abstiegskampf befreien konnten. Trotz der hohen … Liverpool – Bournemouth weiterlesen

Barca wins the battle of the halfspaces

After the horrific loss against AS Rom Barcelona tried to bounce back this weekend. After their elimination in the Champions League Quarterfinals, they can now fully concentrate on winning the La Liga title. Against Valencia, they made a big step towards securing the title. In an offensive game with chances for both sides Barcelona was more efficient and therefore won the game with 2:1. However, … Barca wins the battle of the halfspaces weiterlesen

Some thoughts about Germany vs Spain

Germany v Spain was likely one of the most interesting games in the last few weeks. Both teams tried to play with the ball and had similar principles but different approaches in creating overloads and finding ways to break through the opponent´s defence. Joachim Löw developed his team over the last years from a World Cup winning team which was capable of finding solutions with … Some thoughts about Germany vs Spain weiterlesen